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Sonntag, 11. März 2018

Käpt´n Knoop wider Erwartens mit Reißverschluss

Hallo Ihr Lieben,
da draußen ist der Frühling und wartet auf meinen kleinen Helden in seiner neuen Softshelljacke. Leider kann seine Mutter irgendwie nicht mit, der grippale Infekt dieses Jahres zeigt echte Steher-Qualitäten. Ehrlich gesagt kann ich mich kaum erinnern, mich einmal so dermaßen k.o. gefühlt zu haben. Ihr merkt, ein echter Jammer-Post kommt auf Euch zu.




Heute habe ich einen Versuch gestartet, mich unseren Wäschebergen zu nähern. Eine Mutter, die sich stur eine Woche ins Bett legt wie ein gestrandeter Käfer, entschärft die Wäschesituation ja nicht wirklich. Einen Korb Wäsche habe ich gefaltet bekommen, beim Anblick des zweiten hat dann schon wieder mein Kreislauf versagt.




Dummerweise höre ich aus allen Ecken: "Och, von dieser Grippe hast du noch zwei, drei Wochen etwas." Das kann ich mir aber leider nicht erlauben. Insofern liebes göttliches Wesen dort oben, ich brauche noch keine Superhelden-Mütter-Kräfte, aber so ein bisschen Grunderhaltungstriebe wären schon wunderbar.




Übers Nähen brauchen wir im Moment gar nicht zu diskutieren, ein Probenähen nach dem anderen liege ich einfach aus. Geht gerade nicht. Stoffberge türmen sich nicht nur in meinem Wäschekeller.




Unsere drei Jungs sind dagegen fit und stehen komplett im Saft. Ein solches Unverhältnis in der Kräfteverteilung tut einer Familie übrigens nicht unbedingt gut. Mein Mann versucht ja wirklich mit beeindruckender Willenskraft, unsere Jungs zu überzeugen, dass auch sie Anteil am Gelingen des Haushalts haben. Leider scheitert jeder seiner Versuche grandios.




Die Jungs zeigen wirklich überzeugend ihren Unwillen. Auch der liebenswerte Vorsatz unseres Midis, jeden Tag fünf gute Dinge für die Familie zu tun, hat nicht allzu lange gehalten. Waren es zwei oder drei Tage? Trotzdem: Ich habe sie genossen, diese Tage, in denen mir eine heiße Tasse Tee serviert wurde.




Dem großen Knaben habe ich gerade einen gefalteten Korb mit seiner Leibwäsche in die Hand gedrückt mit der Maßgabe, diesen nun in seinen Kleiderschrank zu überführen. Die Reaktion: Wildes Entsetzen trifft es am ehesten. Was Mütter nur für unmenschliche Dinge von ihren Kindern verlangen. Dabei haben sie sich doch freiwillig dafür entschieden, Kinder zu bekommen. Sollen sie es doch selber ausbaden.




Insofern bin ich natürlich selber schuld, dass ich kontinuierlich dafür sorge, dass unsere Wäscheberge weiter wachsen, in dem ich nähe. Dumm von mir. Ich brauche definitiv ein neues Hobby, eines, das für langsameren Zuwachs sorgt. Spitzenklöppeln oder so.




Aber Spaß beiseite. Dieses Projekt war mir ein ganz Wichtiges. Ich liebe nämlich die Nähwerke von Rabaukowitsch besonders, weil sie immer eine kleine Herausforderung darstellen. Auch wenn ihr hier quasi die kleine Schwester der Herausforderung bewundern dürft. Denn schon beim Nähen dieses  Käpt´n Knoop, so heißt der neuste Geniestreich von Inga Langhans, war ich bereits leicht angekränkelt. Zu angekränkelt für zwei Reihen Knopflöcher. Insofern kommt mein Käpt´n Knoop ganz ohne Knopflöcher aus.




Damit ist der wunderbare Schnitt aber perfekt für unseren Alltag gerüstet. Denn in der Schulpause ist ein Reißverschluss doch leichter geschlossen als fünf Knopflöcher zugeknöpft und der schöne Softshell "Softtouch" aus dem Hause Glückpunkt ist auch ein robuster Alltagsstoff.




Eingefasst habe ich die Jacke übrigens mit einer Wolltresse. Mein erstes Mal Wolltresse übrigens, aber bestimmt nicht mein letztes Mal. Ein tolles Zeug muss ich sagen.




Kombiniert habe ich den eisblauen Softshell dann noch mit einem wunderschönen Walfischjersey aus dem Hause Mies&Moos. Die Taschen, die Kapuze, die Ellenbogenpatches und die Belege habe ich aus dem Baumwolljersey gefertigt.




Dazu dann noch überlange Mitwachsbündchen in einen schönen Türkiston, der sich in einem der kleinen Walfischchen wiederfindet.




Passend zum gelben Reißverschluss dann Kontrastnähte ebenfalls in Gelb.




Für mich eine wirklich runde Sache und eine Jacke, in der ich den Kleinen wirklich sehr mag. Eine echte Käpt´n Knoop aus wunderschönem Wollstoff liegt hier aber auch noch in der Mache. Aber ganz ehrlich: An die Knopflöcher traue ich mich erst in vollkommen gesundeten Zustand.



Kommentare:

  1. Liebe Anik,
    ich weiß gar nicht wo ich zuerst anfangen soll. Trotz deines Schwächelns solche Texte zu verfassen ist für mich unbegreiflich! Ich liebe deine Texte zwischen den tollen Bildern der genähten Wunderwerke für dich und deine Kinder. Die sind so erfrischend und ehrlich, so ein bisschen (richtig mit 2 s ?) kann ich mich als zweifache Jungensmami( 25J. & 22J.) da noch hinein versetzen. Diese Jacke ist komplett meins, nur die Wale würde ich bei mir weglassen. Der Stoff, der gelbe Reissverschluß und die graue Einfassung! Auf das es dir bald besser geht!


    Einen schönen Abend
    wünscht dir
    Astrid Wendt / Insta @astrid_133

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    1. Liebe Astrid,
      dein Kommentar bedeutet mir wirklich ganz viel. Dank dir sehr. Mein Text war heute quasi das Aufbäumen gegen diese blöde Grippe. Ich habe nämlich so gar keine Lust mehr, krank zu sein.
      Dir alles Liebe,
      Anik

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  2. Liebe Anik...
    Unbekannterweise schicke ich Dir erstmal gute Besserungswünsche...
    Ich habe Dich und Deinen Blog irgendwann gefunden und schaue regelmässig rein...nicht nur um die tollen Sachen an Dir und Deinen hübschen Jungs zu bewundern...sondern auch um Deine tollen Texte zu lesen...
    Also lass dich gut pflegen und alles Gute...und werd schnell wieder gesund👍🍀

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