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Freitag, 18. August 2017

Lady Hennja strahlt blau

Hallo Ihr Lieben,
den letzten Versuch, mich als Hippie zu kleiden, startete ich, glaube ich, mit 19 Jahren. Damals war ich nach dem Abitur gerade in meine Banklehre gestartet und während alle meine Freundinnen hinaus in die weite Welt zogen, um zu studieren, sortierte ich Kontoauszüge und trug Spitzenblüschen.
Da musste ich zumindest in meiner Freizeit Protestnoten setzen.




Meine damalige Standardbekleidung: alte Wildlederjoppen, Herren-Westen, Feinrippunterhemden und selbst gebatikte Hosen.




Ich erinnere mich da leider an recht verunglückte Varianten in Zartlila. Später bin ich dann Gott sei Dank auf die Idee gekommen, dass es auch reicht, seinen Protest auch rein verbal auszutragen. Gebatiktes habe ich daraufhin lange nicht mehr angerührt.




Bis ich beim Stoffestöbern (Ich gucke mir abends gern Stoffe an und scrolle mich dann kreuz und quer durch Stoffgeschäfte, ein bisschen seltsam ist das schon) über eine Eigenproduktion von Alles für Selbermacher stolperte. Ein Sommersweat im Shibori-Look in ganz wunderbaren Blautönen von Abby & me. Indigo - damit bekommt man mich ja immer.




Den musste ich unbedingt haben. Gesehen, gekauft und mich aufs Vernähen gefreut.
Daraus wurde dann meine zweite Lady Hennja von Mamili 1910. Den Schnitt habe ich ja erst neulich für mich entdeckt und finde ihn einfach perfekt für mich.




Zwar ist er ein klein wenig aufwändiger zu nähen als ein normaler Hoodie durch den in der Kapuze rundumverlaufenden Reißverschluss, aber letztendlich ist auch der kein Angstgegner und ich mag die diagonal über die Brust verlaufende Schließung einfach sehr.




Zudem hat die Lady Hennja einfach einen tollen Sitz. Mein Hoodie-Tipp für den kommenden Herbst.




Den Hoodie habe ich übrigens im Urlaub ganz meditativ auf der Nähmaschine genäht. Ich kann Euch sagen, dass mein Respekt für alle die von Euch, die ohne Overlock nähen, dabei bis ins Unendliche gestiegen ist. Es braucht einfach dermaßen mehr Zeit und ich bin leider ein furchtbar ungeduldiger Mensch. Leider halfen da weder verbale als auch kleidungstechnische Protestnoten.




Aber jetzt ist er fertig, mein neuer Lieblingshoodie und begleitet mich brav durch diese Sommertage. Das Blau passt nämlich ganz gut zu sonnengebräunter Haut.




Die Reaktionen auf den Hoodie aus meinem Umfeld sind übrigens sehr geteilt, von cool bis doch recht schrill kam alles. Und die Frage, wieso ich Batikklamotten tragen würde, kam auch.




Die Antwort: Mit 46 Jahren kann man endlich entspannt tragen, was einem gefällt und muss kein Statement mehr durch seine Kleidung setzen.



Und jetzt ab damit zu RUMS.

Kommentare:

  1. Ich find den Pulli... entschuldige: arschcool!!
    Und die schräge Reißverschlussführung ist das I-Tüpfelchen, gefällt mir sehr! :-)

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    1. Ich mag den Hoodie auch so sehr, auch wenn sich an ihm wohl vom Stoff her die Geister scheiden.
      Dank dir!
      LG
      Anik

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  2. Das ist ja ein Traumstoff und die Farbe steht Dir sehr gut.
    Den Schnitt mag ich sehr und mir gefällt vor allem der Reißverschlussverlauf
    Lieben Gruß iris

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    1. Ja, der hat mich auch begeistert.
      Lieben Dank!

      LG
      Anik

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  3. Sehr schön geworden, wobei ich mit dem Stoff auch nicht eins werde :) Du schreibst, der Hoodie sitzt super. Was heißt das denn konkret? Super wie man kann sich auf die Tabelle verlassen (ist ja leider fast nie so)? Oder super weil man nähen kann, was man sonst kauft? Welche Größe hast du in Kaufhoodies und was hast du letztlich genäht?

    LG Katrin

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    1. Ich mag die Passform, weil sie körpernah sitzt, aber dennoch locker umspielt. Genäht habe ich meine Kaufgröße.
      LG
      Anik

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